Ferien mit einer befreundeten Familie versprechen viel: Die Kinder haben Spielgefährten, die Erwachsenen können sich austauschen, und manche Aufgaben lassen sich teilen. Gleichzeitig treffen zwei Haushalte mit eigenen Gewohnheiten aufeinander. Was zu Hause selbstverständlich ist, etwa die Essenszeiten oder der Umgang mit Ordnung, kann am Ferienort plötzlich zu Reibung führen. Ein Gespräch vor der Abreise verhindert viele Missverständnisse und schafft Vorfreude.
Vor der Abreise klären
Am besten treffen sich beide Familien vorher und besprechen, wie die Tage aussehen sollen. Wer möchte früh aufstehen, wer lieber lange schlafen? Gibt es gemeinsame Mahlzeiten, oder isst jede Familie für sich? Wichtig ist der Satz, dass es keine Pflicht gibt, immer alles gemeinsam zu tun. Jede Familie darf ihren eigenen Rhythmus behalten, und man trifft sich, wenn man Lust dazu hat.
Die Aufgaben werden im Voraus verteilt. Eine Familie kümmert sich um das Morgenessen, die andere um das Nachtessen. Der Einkauf wird abwechselnd erledigt, und nach den Mahlzeiten helfen alle Kinder beim Abräumen, unabhängig davon, zu welcher Familie sie gehören. Ein gemeinsamer Zettel am Kühlschrank zeigt, wer wann dran ist, und verhindert, dass sich jemand ausgenützt fühlt. So bleibt die Stimmung leicht, auch wenn es einmal eng wird. Auch die Kinder bekommen ihren Teil und decken abwechselnd den Tisch, egal in welchem Zimmer sie gerade schlafen, was das Gefühl stärkt, eine grosse Gruppe zu sein.
Auch Zeiten für sich sind wichtig. Jede Familie plant Stunden, in denen sie allein etwas unternimmt, sei es ein Ausflug, ein Spaziergang oder ein ruhiger Nachmittag im Ferienhaus. Diese Pausen halten die Stimmung gut und geben allen die Gelegenheit, sich zu erholen. Die Kinder freuen sich danach umso mehr auf die gemeinsame Zeit, weil sie sich nicht aufgedrängt anfühlt, sondern eine Wahl bleibt.
Falls es doch zu einem Konflikt kommt, hilft es, ihn nicht aufzuschieben. Ein ruhiges Gespräch zwischen den Erwachsenen, am besten ohne Kinder, klärt die Situation meist rasch. Am Ende der Ferien lohnt sich ein gemeinsamer Rückblick, bei dem alle sagen, was schön war und was man das nächste Mal anders machen würde. So wird aus einer Reise mit Freunden eine Erinnerung, die verbindet, statt Spannungen zu hinterlassen.