Eine kurze Abendrunde, bevor alle ins Bett gehen

Landschaftsillustration

Am Abend sind viele müde, und die Versuchung ist gross, einfach ins Bett zu fallen und alles dem nächsten Morgen zu überlassen. Doch genau dann rächt sich das, was liegen geblieben ist: Die Schultasche ist nicht gepackt, das Znüni fehlt, ein Zettel für die Lehrerin liegt noch irgendwo. Eine kurze Abendrunde, bei der alle gemeinsam einen Blick auf den nächsten Tag werfen, schafft Ruhe für die Nacht und für den Morgen.

Ein fester Rundgang mit wenigen Fragen

Die Runde muss nicht lang sein. Sie besteht aus wenigen Fragen, die immer gleich lauten und im Vorbeigehen gestellt werden können. Was steht morgen an? Ist die Tasche gepackt? Liegen die Kleider bereit? Ist das Znüni vorbereitet? Wer die Fragen nicht selbst beantworten kann, holt sich Hilfe und erledigt den fehlenden Punkt sofort, solange der Kopf noch klar ist und niemand unter Zeitdruck steht.

Jeder ist für seinen eigenen Bereich zuständig. Die Kinder packen ihre Taschen und legen ihre Kleider zurecht, die Erwachsenen prüfen ihre Termine und stellen den Wecker. Wer mag, stellt einen kleinen Zettel an die Tür, auf dem zusätzliche Dinge stehen: der Turnbeutel, das Buch für die Bibliothek, das Geschenk für eine Feier. Solche Erinnerungen am Vorabend ersparen manchen Rückweg am Morgen.

Auch die Wohnung bekommt einen kurzen Blick. Sind die Schuhe im Eingang ordentlich, ist die Küche einigermassen aufgeräumt, sind die Fenster geschlossen und die Lichter gelöscht? Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, dass der nächste Tag nicht mit unnötigem Suchen und Aufräumen beginnt. Wenn alle mithelfen, ist der Rundgang in wenigen Minuten erledigt und hinterlässt ein gutes Gefühl.

Die Abendrunde kann mit einem kleinen Ritual verbunden werden, zum Beispiel mit einem gemeinsamen Blick auf den Kalender oder einer kurzen Frage, worauf man sich morgen freut. So endet der Tag ruhig, und die Familie geht mit einem guten Gedanken ins Bett. Nach einigen Wochen erledigt sich die Runde fast von selbst, und die Morgen werden spürbar leichter und freundlicher. Wer einmal erlebt hat, wie ruhig es an der Haustür zugehen kann, wenn nichts mehr gesucht werden muss, möchte diese kleine Gewohnheit nicht mehr missen, und auch die Kinder nehmen sie später gern mit.