Das Bad ist der Raum, den alle benutzen und den kaum jemand gern putzt. Weil er täglich gebraucht wird, sieht man Spuren schnell, und wer sich daran stört, greift am Ende meistens selbst zum Lappen. So entsteht stillschweigend eine Zuständigkeit, die nie ausgesprochen wurde und irgendwann Unmut erzeugt. Eine offene Aufteilung verhindert das und nimmt den Ärger aus dem Alltag.
In Teilaufgaben zerlegen
Statt die ganze Reinigung einer Person zu überlassen, wird sie in Teile zerlegt: Waschbecken und Spiegel, Dusche oder Badewanne, Toilette, Boden, Kehricht und Wäsche. Jeder Teil hat seinen Namen und lässt sich in kurzer Zeit erledigen. Wenn die Aufgaben so klein sind, wirkt keine mehr unüberwindbar, und auch die Kinder können den einen oder anderen Teil übernehmen, sobald sie ihn verstanden haben.
Die Teile wechseln wöchentlich zwischen den Familienmitgliedern. Wer diese Woche die Toilette reinigt, ist in der nächsten für den Spiegel zuständig. So erlebt jeder alle Aufgaben, auch die weniger beliebten, und niemand fühlt sich dauerhaft benachteiligt. Ein Zettel an der Innenseite der Badezimmertür zeigt, wer wann was übernimmt, und ein kleiner Haken zum Abstreichen sorgt für Übersicht, ohne dass jemand nachfragen muss.
Damit die Reinigung leichter von der Hand geht, hilft ein Korb mit allem Nötigen, der griffbereit im Bad steht: Lappen, Bürste, Schwamm und das übliche Reinigungsmittel. Wenn nichts erst gesucht werden muss, beginnt man schneller und hört zufriedener auf. Auch kleine Alltagsgewohnheiten entlasten, etwa den Spiegel nach dem Zähneputzen kurz abzuwischen oder die Duschwand nach dem Duschen abzuziehen. Solche Handgriffe verhindern, dass sich die Arbeit aufstaut. Wer nach der Reinigung kurz lüftet und die Handtücher frisch aufhängt, hat das Gefühl, wirklich fertig zu sein, und geniesst das saubere Bad gleich doppelt.
Wichtig ist, dass niemand heimlich hinter den anderen nachputzt. Wenn jemandem etwas auffällt, wird es ruhig angesprochen, statt stumm zu übernehmen und dabei Groll aufzubauen. Nach einigen Wochen zeigt sich, ob der Wechsel trägt, und dann darf die Familie ihn anpassen, wenn eine Aufgabe zu oft Streit auslöst. Wer weiss, vielleicht wird das Badputzen mit der Zeit sogar zu einer Aufgabe, die niemand mehr fürchtet und die zwischendurch mit Musik erledigt wird.